Schöne Kinderbücher zu Ostern

Es gab in meiner Kindheit nicht viele Bilderbücher, die sich mit dem Thema Ostern beschäftigten. Die wenigen, die wir besaßen, sah ich mir aber gerne an- auch noch als Grundschülerin. Die Vorstellung des beschaulichen Osterhasenlebens beflügelte meine Fantasie. So inspiriert, malte ich sehr gerne Osterbilder mit niedlich gekleideten Häschen und kleinen Nestern, die meist neben einem Busch versteckt waren.

 

Hier nun meine Auswahl schöner Kinderbücher, die teilweise zu den Oster-Klassikern zählen:

 

„Die Häschenschule“ von Albert Sixtus/Fritz Koch-Gotha (1924)

Lesealter: 4-5 Jahre

©2010, Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, ISBN:978-3480400119

www.thienemann-esslinger.de

Im Jahr 2014 feierte die Häschenschule 90jähriges Jubiläum. Sie ist ein Kinderbuch-Klassiker der Weimarer Zeit und erfreut sich seit den 90er Jahren erneut großer Beliebtheit.

In 15 Strophen beschreibt Sixtus den Schulalltag der Hasenkinder und der Illustrator Koch-Gotha hat kongeniale Bilder gemalt. Ein  einfach schönes Kinderbuch, das wahrhafte Kindertümlichkeit herausstellt und daran erinnert, dass noch bis in die 1960er Jahre das Schuljahr immer zum 1. April begann.

 

„Osterspaziergang“ (Reihe Poesie für Kinder) von Johann Wolfgang von Goethe/Klaus Ensikat (1808)

Lesealter:7-9 Jahre

©2012, Berlin, Kindermann Verlag, ISBN: 978-3934029477

www.kindermannverlag.de

Die Textpassage ist dem ersten Teil von Goethes Faust entnommen und beschreibt einen Frühlingsspaziergang durch Wald und Stadt. Der Illustrator Klaus Ensikat lässt den Leser die beiden Protagonisten Faust und Wagner in ihrer Welt den Frühling entdecken. Durch Ensikats geniale Zeichnungen wird deutlich, dass Goethes Verse in ihrer menschlichen Tiefe auch heute nichts an Bedeutung verloren haben.

„Das große Schnüpperle Osterbuch“ von Barbara Bartos-Höppner/Julia Wittkamp (1984)

Lesealter:ab 6 Jahre

©2007, cbj Verlag, ISBN: 978-3570130520

www.randomhouse.de

Gemeinsam mit dem Vorschulkind Schnüpperle erlebt man in 27 Geschichten die Fasten- und Osterzeit. Dabei sind es auch die kleinen Dinge des Alltags, die Schnüpperle beschäftigen. So gibt es im Garten und beim Nachbarn oder den Hühnern viel zu entdecken. Schnüpperles Oma kommt zu Besuch und einige Bräuche um Ostern werden vorgestellt- bis endlich der Osterhase da ist.

Schnüpperle zeichnet sich durch seine fröhliche kindlich neugierige Art aus und stellt Fragen, die Kinder beschäftigen. Ein lehrreiches und gleichwohl unterhaltsames Buch.

 

„Peter Hase“ von Beatrix Potter (1902)

Lesealter:6-8 Jahre

©2014, Anaconda Verlag GmbH, ISBN: 978-3730601068

www. anacondaverlag.de

Obwohl die Mutter ihre Hasenkinder warnt nicht den Garten des Mister Mc Gregor zu betreten, hört der kleine Peter Hase nicht auf die Mahnung der Mama. Er nascht im Gemüsebeet vom leckeren Salat, den grünen Bohnen und auch etwas Rettich. Und es kommt wie es kommen muss: der kleine Peter trifft auf Mister Mc Gregor und kann diesem nur mit Mühe und Not entwischen. Endlich zuhause im Bau angekommen, steckt seine Mutter ihn ins Bett und flößt ihm Kamillentee ein.

 

„Meine Mutter das Huhn“ von Hannes Hüttner/Thomas Schleusing (1981)

Lesealter: 4-6 Jahre

©1998, Berlin, Kinderbuchverlag, ISBN:978-3358021644

www.beltz.de

Drolliges  Kinderbuch über ein kleines Ei, das sich selbstständig macht und durch die Welt kullert. Dabei begegnet es verschiedenen Personen und Tieren, die es haschen wollen. Das kleine  Ei antwortet jeweils mit einem Vierzeiler und kullert behände weiter. Am Schluss bekommt Mutter Huhn ihr Kleines wieder.

Ebenso wie das Titelbild sind die Illustrationen sehr farbig und übersichtlich. Auch der Textanteil ist nicht zu groß, so dass es ein schönes Vorlesebuch für Kindergartenkinder ist.

 

„Rudi, der schnelle Osterhase“ von Sybille Siegmund/Kerstin Schuld (2009)

Lesealter: ab 2 Jahre

©2009,Ravensburg, Ravensburger AG, ISBN:9783473314607

www.ravensburger.de

Dieses Pappbilderbuch richtet sich bereits an ganz kleine Kinder. Durch die knappen Vierzeiler und die übersichtlichen und farbenfrohen Bilder begeistert dieses Bilderbuch auch Kinder unter 2 Jahren.

Rudi, der schnelle Osterhase hat seinen Wagen mit Eiern beladen, nun fährt er los. Da kommt es wie es kommen muss: Der Wagen kippt um und alle Eier kullern umher. Zum Glück helfen Frau Ente, Maus, Igel und Maulwurf Meier, so dass Rudi seine Fahrt zu den Kindern fortsetzen kann.

„Das Osterhasenfell“ von Friedrich Wolf/Erich Gürtzig (1971)

Lesealter: 5-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2017, Beltz/ Der KinderbuchVerlag, ISBN978-3407772107

www.beltz.de

 

Friedrich Wolf, der sich in der ehemaligen DDR sehr um Kultur, Schriftstellerei und Theater verdient machte, ist der Verfasser des Märchens „Das Osterhasenfell“. Die Geschichte entstammt seinem Werk „Märchen für große und kleine Kinder“, das eine Vielzahl von Tiermärchen enthält – unter anderem auch die Weihnachtsgans Auguste. Friedrich Wolf verstarb bereits 1953 im Alter von 65 Jahren.

Hier eine Ausgabe des Märchenbuches, das Friedrich Wolf 1946 veröffentlichte, aus dem Jahr 1974:

„Märchen für große und kleine Kinder“ von Friedrich Wolf (1946)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1971, Berlin, Aufbau Verlag

Erich Gürtzig, der die Bilderbuchausgabe des Märchens „Das Osterhasenfell“ 1971 gestaltete, arbeitete seit dem Jahr 1949 als freischaffender Künstler und Illustrator in Berlin.

 

Es ist Frühling! Doch beim Osterhäschen Purzel, seinen drei Geschwistern und bei den Eltern der Hasenfamilie Weißfell bricht Panik aus. Die jungen Häschen sind erkältet und auch der Vater muss von Mutter Weißfell mit Rheuma gepflegt werden. So beschließt der Jüngste, der kleine Purzel, das Besorgen, Bemalen und Verteilen der Ostereier selbst zu übernehmen. Zwei Nächte vor Ostern hoppelt er zum Hof des Großbauern Schluckebier, um bei den Hennen Eier zu holen. Prompt wird er vom  Hofhund Lux erwischt. Doch Purzel verstrickt den Kettenhund gekonnt und mit viel Humor in ein Gespräch. Dann führt das weiße Häschen einen akrobatischen Tanz auf, der  den Kettenhund Lux verzaubert und ihn in einen tiefen Schlaf fallen lässt. Stolz präsentiert Purzel seiner Familie die 15 blütenweißen Eier. Am nächsten Tag kundschaftert er schon mal das Haus des Holzfällers Feuerriegel aus. Dessen Kinder sollen am Ostersonntag die bunten Eier bekommen. Aber zunächst muss Purzel die Eier erstmal färben. Er hopst über die Frühlingswiesen und mit Hilfe der blauen Glockenblume, des roten Klatschmohns, der goldgelben Dotterblume und des grünen Huflattichs erstrahlen die Eier bald in den kräftigen Farben. Doch wie sieht Purzel nur aus? Vom vielen Färben ist sein weißes Fell über und über mit bunten Klecksen beschmutzt. Er sieht selbst wie ein buntes Osterei aus! Doch der kleine Osterhase Purzel verzagt nicht und trägt seinen Sack mit den bunten Eiern zum Haus von Familie Feuerriegel. Hier versteckt er die 15 Eier unter Büschen, am Haus und im Wurzelwerk der großen Tanne. Als er gerade fertig ist, nähert sich Großbauer Schluckebier mit seinem Hund Lux. Die beiden suchen den Eierdieb und nehmen Purzels Fährte auf. Doch dieser rettet sich durch einen Bachlauf und kann vom Hofbauern mit dem Fernrohr in der kunterbunten Frühlingswiese nicht erkannt werden. Sein bemaltes Fell tarnt ihn. Der Großbauer macht kehrt und lässt den armen Lux mit einer Tracht Prügel seine Enttäuschung spüren. Wie schön wäre es, sinniert Purzel, wenn Lux sich aus seiner Knechtschaft an der Kette befreien und wie Purzel durch die stillen Wälder und farbenfrohen Wiesen streifen könnte. Dann könnte „Purzel ihm öfters vortanzen und seine netten Geschichten und Weisheiten aus der Osterhasenwelt erzählen“ (F.Wolf: Das Osterhasenfell, Aufbau-Verlag, 1983, S.29)…

Mit diesem quasi offenen Ende endet das Märchen vom Osterhasenfell. Aufgrund des Titels hatte ich eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte und war ziemlich überrascht, dass die Hauptrolle des Bilderbuches der pfiffige, kleine Purzel spielt. Die Bilder von Erich Gürtzig waren aufgrund ihrer Machart in Tuschfarben , man gewöhnt sich aber schnell an den Stil und beginnt genau auf Details zu achten. Besonders gut gefällt mir auch der Ansatz der Erzählung und der illustratorischen Umsetzung, dass die Kinder „nebenbei“ die Namen der Blumen, die 4 Hauptfarben und die Zahlen 1 bis 15 lernen können. So bieten sich viele Bilderbuchseiten an, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, Eier oder den kleinen Purzel suchen zu lassen. Auch das offene Ende kann mit den Kindern fantasievoll weiter gesponnen werden.

Der Unterton des Märchens macht dem erwachsenen Leser deutlich, dass die Erzählung ein Kind ihrer Zeit ist. So verkörpert der Osterhase hier den Freigeist, der sich über den Hund Lux wundert, der sich, obwohl er soviel stärker ist, vom Großbauern an die Kette legen lässt. Die entsprechenden Textpassagen sind mir gefühlt etwas zu lang und lenken auch von dem spannenden Abenteuer des taffen Osterhasen Purzel ab. Auch die Textstelle, bei der der kleine Purzel den Tau der Glockenblume austrinken und sie dabei fest küssen soll, gefällt mir nicht. Schöner hätte ich es gefunden, wenn der Hase von den Pflanzen einfach beschenkt worden wäre.

Insgesamt betrachtet, finde ich das Bilderbuch jedoch sehr gelungen und sehe in ihm eine besonders fantasievolle und überraschend andersartige Lektüre für die Zeit um Ostern.

„Bei den Osterhasen“ von Herbert Kranz/Else Wenz Viëtor (1943)

Lesealter: ab 3 Jahren

©2015,Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, ISBN:978-3480401017

www.thienemann-esslinger.de

Bei den Osterhasen gibt in 8 Strophen einen Einblick in die Welt der Osterhasen. Die Illustrationen sind nicht so detailreich wie in der Häschenschule und beschränken sich wie auf dem Titelbild zu sehen hauptsächlich auf die Figuren. Daher ist dieses Buch auch bereits für kleinere Kinder geeignet.

Es zeichnet eine schöne Osteridylle, nimmt einen aber nicht so sehr mit wie die Erzählung der Häschenschule.

 

„Stups, der kleine Osterhase“  von Rolf Zuckowski/Julia Ginsbach (1981)

©1997, Gerstenberg Verlag GmbH& CO. KG, ISBN: 978-3806741896

www.gerstenberg-verlag.de

Das erfolgreiche Lied von Rolf Zuckowski wurde hier von der Illustratorin Julia Ginsbach niedlich und modern bebildert. Am Ende des Buches finden sich auch die Liednoten.

 

„Muck, der Wichtel hilft Familie Hase“ von Ursula Beckert/Hildrun Covi (1991)

©2000,Favorit Verlag, ISBN: 978-3822751077

 

Die Wichtel Muck-Geschichten sind in Reimform gehalten. Zusammen mit den farbenfrohen, detailreichen Bildern mochte ich als Kind besonders die Weihnachtsbilderbücher des kleinen Wichtel Muck.

Die Handlung der Ostererzählung ist schlicht und die Dialoge beim ersten Lesen etwas schwer nachzuvollziehen:  Der Hasenvater vermisst seinen ältesten Sohn und seine Frau. Sie sind nicht aufzufinden und dabei gibt es alle Hände voll zu tun.. Ostern steht vor der Tür. Blitzschnell trommelt Wichtel Muck die Freunde der Hasenfamilie zusammen und unterstützen den Vater Hasen beim Eier Anmalen. Als dieser vom Eier Austragen schließlich zurückkehrt, erwarten ihn und alle Helfer eine Überraschung. Die Häsin ist mit 4 jungen Häschen und dem kleinen Hasen zurückgekehrt.

Trotz aller Kritik ein gelungenes Osterbuch, das Kinder mitnimmt.

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