Der Sängerkrieg der Heidehasen – 1954

James Krüss verfasste 1952 mit parodistischen Anspielungen auf Richard Wagners Werke „Tannhäuser“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ das Kinderbühnenstück „Der Sängerkrieg der Heidehasen“. In mehreren Strophen und Gesängen inszeniert Krüss die Erzählung um den singbegabten Junghasen Lodengrün.

Nachdem zwischen den Jahren 1948 und 1954 vorwiegend Märchen und Erwachsenenstücke von der Augsburger Puppenkiste auf die Bühne gebracht wurden, präsentiert sie im Jahr 1954 auch Adaptionen zeitgenössische Kinderliteratur. Passend zur Osterzeit wird in schwarz-weiß James Krüss‘ „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ verfilmt. Es gibt das Puppenspiel der Augsburger Puppenkiste nicht als DVD.

Hier ein inhaltlicher Überblick:

Der Hasenkönig Lamprecht der Siebte ist kein musikalischer Hase. Das wollen sich der Musikvereindirektor Wackelohr und der Minister für Hasengesang zunutze machen und den Sängerwettstreit der Heidehasen für sich entscheiden. Als Preis ruft Lamprecht der Siebte nämlich die Hand der Hasenprinzessin anlässlich des 100. Todestages ihres Vorfahrens Mümmelmann aus. Direktor und Minister treffen eine Verabredung und für 100 000 Hasentaler soll der Gesangsminister beim König ein gutes Wort für Direktor Wackelohr einlegen. Doch die beiden Ganoven haben ihr Rechnung ohne den jungen Hasensänger Lodengrün gemacht, der die Oper „Der Hasenfrühling“ wunderbar interpretiert und zum Sängerkrieg zugelassen wird.

Die beiden Bösewichte hecken einen neuen Plan aus: Direktor Wackelohr schleicht nachts zu Lodengrüns Haus und verstellt die Sonnenuhr im Garten. Am nächsten Tag versammeln sich König, Prinzessin, Sänger und Zuschauer auf der Festwiese von Obereidorf- nur der junge Lodengrün fehlt. Die Prinzessin hofft auf das Erscheinen des jungen Lodengrün, denn die restlichen Teilnehmer des Sängerkrieges sind dick und und hässlich.

Siegessicher wechseln die 100 000 Hasentaler ihren Besitzer und Direktor Wackelohr und der Minister gratulieren sich zu ihrer List. Allerdings wird das Gespräch von einem Musikschüler Wackelohrs dem Junghasen Otto Lampe belauscht. Dieser  informiert Lodengrün, der mit außerordentlicher Erlaubnis des Königs noch verspätet zum Sängerkrieg antreten darf. Vorher folgen die Gesangseinlagen der anderen Wettbewerbteilnehmer. Bei seiner Gesangseinlage muss Lodengrün aufgrund seiner Verspätung improvisieren und schildert die Verschwörung. Enttarnt fliehen Direktor Wackelohr und der Minister für Hasengesang aus dem Land und Lodengrün erringt die Hand der Hasenprinzessin. Prinz Lodengrün dankt für seine Wahl und verspricht der liebreizenden Prinzessin ein guter Ehemann zu sein.

Das Hörspiel

Das Bühnenstück „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss wurde 1952 als Hörspiel mit tollen Schauspielern und Sängern vom Bayrischen Rundfunk auf Schallplatte vertont. Durch das Stück führen ein Drehorgelsänger und eine Drehorgelsängerin, die die Handlung der Geschichte charismatisch in Reimen begleiten. Dazwischen folgen Dialoge und die Gesänge einzelner Figuren. Aufgrund der Komplexität und Wortwahl kann es bei Kindern heute sicherlich 1 bis 3 Hördurchgänge dauern, bis sie die Handlung vollends nachvollziehen können. Ich finde das Hörspiel mit seiner Musikalität, seinem Humor und den charismatischen Stimmen sehr gelungen. Es transportiert die possierliche Geschichte und endet mit einer kindgerechten Moral.

Dieses Hörspiel begeisterte Generationen von Kindern und ist auch heute noch in seiner Originalfassung als  CD zu kaufen:

Höralter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2006, Hörcompany, ISBN978-3935036979

www.hoercompany.de

Eine Hörprobe findet Ihr hier:

www.hoercompany.de/index.php?op=hoerbuecher&isbn=978-3-935036-97-9

 

Bücher

Eine Buchausgabe des Bühnenstücks folgte im Jahr 1972:

„Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss/Herbert Lentz (1972)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 1972, Friedrich Oetinger Verlag

Comicartig sind im oberen Buchblatt 1-3 Szenenzeichnungen von Herbert Lentz dargestellt. Darunter ist die  Handlung in Reimen und Gesängen abgedruckt. Diese erscheint mir aufgrund der Komplexität in dieser Form nicht mehr zeitgemäß.

 

Im Carlsen Verlag wurde das Bühnenspiel vom Illustrator Ole Könnecke vereinfacht nacherzählt und bebildert:

„Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss/ Ole Könnecke (1952)

Lesealter: 4-8 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

©2009, Carlsen Verlag, ISBN978-3551517159

www.carlsen.de

Eine Leseprobe findet Ihr unter:

www.buecher.de/shop/ostern/der-saengerkrieg-der-heidehasen/kruess-james/products_products/detail/prod_id/09890872/

Durch die Nacherzählung  ohne die Beibehaltung der Reimschemata geht ein charakteristischer Zug des Kinderstücks verloren. Auch die Bilder Könnecke’s in abgetönten Farben, die als Bühnenaufbau arrangiert sind, können mich in der Bilderbuchfassung nicht überzeugen.

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