„Der Grinch“ in neuer Übersetzung

Bereits 1957 erschien das Kinderbuch „How the Grinch Stole Christmas!“ des amerikanischen Kinderbuchautors Theodor Seuss Geisel alias Dr. Seuss. Das Werk wurde 1966 als Zeichentrickfilm verfilmt, der bis heute jährlich in Amerika zu Weihnachten ausgestrahlt wird und als Klassiker gilt.

Die Illustrationen des Kinderbuches  sind in Schwarz-Weiß und den typischen Weihnachtsfarben Rot und Grün gehalten. Dr. Seuss selbst gestaltete die doppelseitigen Bilder im Stil seiner anderen Kinderbücher.

Die erste deutsche Übersetzung des weihnachtlichen Kinderbuches wurde von Eike Schönfeld verfasst. Zeitgleich zum Erscheinungstermin der Grinch-Verfilmung mit Jim Carrey erschien sie im Jahr  2000 in einer Taschenbuchfassung im Piper Verlag und als gebundene Fassung im Rogner & Bernhard Verlag.

 

„Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat!“ von Dr. Seuss/ Eike Schönfeld (1957)

 

Lesealter: 6-8 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2000, Piper Verlag Gmbh, ISBN978-3492237222

www.piper.de

 

20 Jahre später hat nun die namhafte Kinderbuchautorin Nadia Budde das Kinderbuch neu ins Deutsche übersetzt. Das Buch ist diesen Herbst  im Antje Kunstmann Verlag erschienen:

 

„Der Grinch oder  Die geklauten Geschenke“ von Dr. Seuss/Nadia Budde (1957)

Lesealter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2020, Verlag Antje Kunstmann, ISBN9783956143953

www.kunstmann.de

 

Darum geht es in dem Buch:

 

Der Grinch ist abgrundtiefböse. Er möchte den Huhs das Weihnachtsfest  gründlich verderben und die Bescherung, das Festessen und den Gesang verhindern. Er verkleidet sich als Sankt Niklas und stiehlt  alles, was er als nächtlicher Einbrecher am Heiligen Abend  in den Wohnungen vorfindet: Geschenke, Weihnachtsschmuck, den Tannenbaum, das gute Essen und zuguterletzt  sogar die Holzscheite aus dem Kamin. Dabei wird er von dem kleinen Huh-Mädchen Cindy-Lou ertappt, dem er dreist ins Gesicht lügt und das er mit einem Glas Wasser wieder zu Bett schickt.

Siegessicher und schadenfroh lässt der Grinch am frühen Morgen seinen Blick über das Tal wandern. Doch entgegen seiner Erwartung tönt kein Klagen empor, sondern ein andächtiges Weihnachtslied: Die Huhs feiern trotzdem Weihnachten zusammen! War dieses Fest doch etwas mehr als die Geschenke? Diese Erkenntnis, das Erleben des Moments und der Zauber der Weihnacht  bewirkt etwas in dem Griesgram und Weihnachtsmuffel: Sein Herz wächst auf die dreifache Größe und der Grinch braust mit dem Schlitten ins Tal hinunter und bringt alles wieder an Ort und Stelle zurück. Und dann die Überraschung : Der Grinch feiert mit den Huhs gemeinsam und schneidet – neben Cindy-Lou sitzend – höchstpersönlich den Weihnachtsbraten an.

 

Meine Meinung:

Die Optik des neuen Buches aus dem Kunstmann Verlag überzeugt mich vollends! Ich finde das Format, das sich irgendwo zwischen Lesebuch und Bilderbuch bewegt, passend und auch die Originaltreue in der Umschlaggestaltung hat sich hier definitiv gelohnt.

Bei der Übersetzung  muss ich persönlich  der Übersetzung von Eike Schönfeld den Vorzug geben. Diese richtet sich auch eher an Grundschüler und ältere Kinder und entspricht auch der Zielgruppe Dr. Seuss‘.

Nadja Budde versucht ihren Augenmerk auf die Reime zu legen, um durch die Satzrhythmik auch jüngeren Kindern einen Zugang zum Werk zu gewähren, dadurch verliert der Grinch allerdings an Boshaftigkeit.

Die Geschichte lebt meiner Meinung nach vor allem durch die Aufzählungen und Wertungen der Bösartigkeiten des Grinchs. Hier sind die Ausschmückungen, Ausrufe und Details essentiell für die Gefühle beim Leser.

Nadia Budde beschreibt das Geschehen und verpasst so die Chance den Grinch zu einer interessanten Figur zu formen, die sich den friedfertigen Huhs gegenübersieht. Auch die Umkehr des Grinchs, die an die Wandlung von Charles Dicken’s Scrooge erinnert, hat in ihrer Fassung leider keinen Tiefgang und kann nicht als Pointe aufwarten, wie es bei Schönfeld gelingt.  Allerdings  ist die Bewertung der Übersetzung reine Geschmackssache- wie mir ein Gespräch mit meinem Vater deutlich machte.

 

Hier ein Blick in beide Ausgaben:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2020, Antje Kunstmann Verlag

www.kunstmann.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2020, Antje Kunstmann Verlag

www.kunstmann.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2020, Antje Kunstmann Verlag

www.kunstmann.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2000, Piper Verlag

www.piper.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2000, Piper Verlag

www.piper.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2000, Piper Verlag

www.piper.de

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