Ein tolles Ferienabenteuer: „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“

In einigen Bundesländern beginnen gerade die Sommerferien, daher möchte ich heute ein Kinderbuch präsentieren, das sich wunderbar als Ferien-(Vor)lesebuch eignet. Es ist ein bisschen lustig, ein bisschen spannend und bietet vor allem eine unterhaltsame Urlaubsgeschichte, die an der Küste Portugals spielt. Hauptperson ist Antonio, der mit seinen Eltern auf der Insel Benafim seine Ferien verbringt und bei einem Schnorchelgang den liebenswürdigen, kleinen Tintenfisch Frederico kennen lernt. Ab diesem Moment sind die beiden Freunde und Antonio erlebt abenteuerliche Ferien an Land und unter Wasser…

Das Kinderbuch“Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ erschien im Jahr 1967 und wurde vom  deutschen Kinderbuchautor und  -übersetzer Adolf Himmel verfasst. Die zahlreichen Zeichnungen und die Umschlaggestaltung stammen vom bekannten Illustratoren Franz Josef Tripp, der auch  Otfried Preußler‘s Räuber Hotzenplotz oder beispielsweise Michael Ende‘s Jim Knopf illustriert hat.

Nachdem das Buch zunächst in zwei Teilen veröffentlicht, erschien es seit 1971 nur noch in einer Gesamtausgabe, die 127 Seiten umfasst:

„Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ von Adolf Himmel/ F.J. Tripp (1967)

Lesealter: 7- 9 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1971, Bertelsmann Jugendbuchverlag

Heute erhältlich und ebenfalls  mit den Zeichnungen von F.J. Tripp versehen ist das Buch in einer Ausgabe der  „Die Zeit Kinder-Edition“ Band 9:

„Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ von Adolf Himmel/ F.J. Tripp (1967)

Lesealter: 7-9 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2006, Zeitverlag Gerd Bucerius,  ISBN 978-3938899083

www.zeit-verlagsgruppe.de

Davon handelt das Buch:

Genau an seinem 6. Geburtstag startet das Ferienabenteuer für Antonio, denn er bekommt von seinen Eltern tolle Geschenke: eine Taucherbrille, einen Schnorchel und einen Unterwasserspeer…

Am übernächsten Morgen darf Antonio endlich seinen ersten Schnorchelgang unternehmen. Als Ziel hat er sich einen großen, blauen Felsen ausgewählt. Bereits auf dem Weg dorthin entdeckt Antonio viele verschiedene Küstenfische.

Am Felsen angekommen bemerkt er, dass dieser unter Wasser tief, tief hinunterreicht und von zahlreichen Höhlen durchzogen ist. Neugierig taucht Antonio an der Felswand hinab und entdeckt  „in einem Felsloch zwei große Augen“ (S.12) und ein langer weißer Arm verschließt das Loch mit einem Stein. Antonio spricht das scheue Tier an: „Ich tu‘ dir doch nichts.“ (S.14)  und nach einigem Zögern kommt ein kleiner, achtbeiniger Kopffüssler zum Vorschein, der sich höflich vorstellt: „Ich heiße Frederico Oktopod“ (S.15).

So erfährt Antonio, dass Frederico ein Achtfüssler, also ein Tintenfisch, ist und nach dem Tod seiner Eltern (,die von einer Muräne gefressen wurden,) bei seinem Onkel Julius wohnt. Dieser wird von Frederico dazu geholt und stellt sich prompt mit einem kleinen Lied vor.

Da Antonio leider nicht lange unter Wasser tauchen kann, verabredet er mit Frederico weiter am Strand zu spielen (dazu setzt Frederico einfach die mit Wasser gefüllte Taucherbrille auf).

In den nächsten Ferienwochen erlebt das außergewöhnliche Duo spannende Abenteuer und für Frederico gibt es in der Menschenwelt viel zu entdecken und zu lernen. Er schläft nun jeden Abend in der Badewanne in Antonios Ferienwohnung und beobachtet eines Tages neugierig, dass Antonios Mutter für das bald kommende Baby eine Wiege aufstellt. Sogleich besorgt auch Frederico eine kleine Wanne, die er neben seiner Badewanne aufstellt.

Ein Jahr später ist Frederico’s Wunsch wahr geworden. Als Antonio mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Cordula wieder seine Ferien auf  Benafim verbringt, stellt ihm Frederico stolz seine kleine Schwester mit Namen Tünne Tintenfisch vor. Tünne ist wie Frederico ein Waisenkind.

Ab jetzt ziehen die drei zusammen los:  Sie machen die Unterwasserwelt um ein versunkenes Schiffswrack unsicher und die kleine Tünne beweist, das  Tintenfischmädchen nicht weniger Mut als Jungs haben…

Hier einige Eindrücke in illustratorische Gestaltung  F.J. Tripp’s und A. Himmel’s Sprache:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1971, A.Himmel: „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“, S.7

 

 

 

 

 

 

 

 

©1971, A.Himmel: „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“, S.8of.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1971, A.Himmel: „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“, S.46 f.

 

Meine Meinung:

Abgesehen von einigen wenigen Szenen, die mir nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen (Warum sollte man nicht ‚kaputt‘ oder ‚geschmissen‘ sagen dürfen?), bietet Adolf Himmel’s Buch ein tolles (Vor-)Lesevergnügen.

Dem Autor gelingt es gut die Erlebenswelt eines 6-jährigen bei seinem ersten Inselurlaub in einfacher Sprache und ansprechenden Szenen zu schildern. Diese sind sehr kindernah formuliert und können so gut nachempfunden werden. Auch bietet der liebenswürdige Tintenfisch Frederico zahlreiche Anlässe zur empathischen Identifikation.

Durch Frederico’s Unwissenheit über die Menschenwelt entstehen witzige Dialoge und Begebenheiten, aber auch Spannung, denn der kleine Tintenfisch ist in den Augen einiger Menschen nur eine Delikatesse.

Die sehr ursprüngliche Strand- und Urlaubsidylle im portugiesischen Benafim machen das Kinderbuch mit seinen abwechslungsreichen und kurzweiligen Geschichten zum optimalen Vorlesebuch für den Familienurlaub!

Ich würde es als Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren empfehlen- für Kinder, die selbst lesen, eher ab 8 Jahren.

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