Mit dem Regenrinnenwicht Giesbert durchs Jahr

Bei einem Besuch des Spielzeuggeschäfts Holzkopp bin ich zum ersten Mal auf die Illustratorin Daniela Drescher aufmerksam geworden.  Das Cover des Buches „Giesbert in der Regentonne“ hat mich sofort angesprochen. Hier hat Daniela Drescher, deren Werke vom Verlag Urachhaus verlegt werden,  ganz meinen Geschmack getroffen! Bei meiner näheren Recherche stellte sich heraus, dass die Illustratorin und Autorin bereits eine Vielzahl von Kinder- und Bilderbüchern hervorgebracht und sich in ihrer Arbeit auch sichtbar weiterentwickelt hat. Ich persönlich finde die Reihe um den Regenrinnenwicht Giesbert besonders erwähnenswert.  In den Jahren 2018 und 2019 sind folgende Bände erschienen:

„Giesbert in der Regentonne“ von Daniela Drescher (2018)

Lesealter: ab 5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2018, Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH, ISBN9783825179885

www.urachhaus.com

An einem regnerischen Tag zieht der Regentonnenwicht Giesbert in das große Regenfass der Erzählerin ein. Wie ein Kind entdeckt Giesbert die Fauna und Flora des Gartens und ihre Entwicklung im Gartenjahr. Auch andere Naturgeister haben den Garten der Autorin als Domizil erwählt und so gewährt Daniela Drescher den Kindern in kleinen Erzählungen, aber auch in wunderschönen Bildern, Einblick in eine freundliche, märchenhafte Gartenwelt.

„Giesbert hört das Gras wachsen“ von Daniela Drescher (2019)

Lesealter: ab 5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2019, Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH, ISBN978-3825151744

www.urachhaus.com

Der zweite Band über den Regenrinnenwicht Giesbert spielt im Winter. Giesbert ist nun in die Badewanne der Autorin gezogen. Dies hält ihn allerdings nicht davon ab, täglich im Garten nach seinen Freunden zu sehen und natürlich gibt es auch wieder überraschende Besucher und viel Neues zu entdecken und auch zu lernen.

Meine Meinung:

Die beiden Bücher mit ihren alltäglichen Anekdoten über den kleinen Regentonnenwicht haben einen liebenswerten Charme und sind schöne Vorlesebücher, um unaufgeregt und in heimeliger Gartenatmosphäre den Tag ausklingen zu lassen. Besonders schön finde ich wie die Autorin den Leser beziehungsweise Zuhörer direkt anspricht und so eine Vertrautheit und Wahrhaftigkeit der Erzählung herstellt.

 

Ein weiteres Buch Drescher’s möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, das mir 2019 über den Weg gelaufen ist:

„Die Wichtelreise“ von Denys Watkins-Pitchford/Daniela Drescher (1942)

Lesealter: ab 5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2018, Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH, ISBN 978-3825179045

www.urachhaus.com

Autor des englischen Kinderklassikers  „Die Wichtelreise“ aus dem Jahr 1942 ist der Kunstlehrer Denys Watkins-Pitchford. Dem Buch merkt man die Ehrfurcht und Kenntnisse des Autors von der Natur an. Fantasievoll  werden diese Schilderungen mit Berichten über die Eigenarten des „kleinen Volks“ gespickt.

Darum geht es:

In der Wurzelhöhle einer Eiche am sandigen Ufer eines Baches leben die drei Wichtel Zirbel, Nießerich und Schlucker. Sie führen ein ruhiges, friedliches Leben, doch eine Sorge treibt besonders Schlucker um: Was ist aus ihrem Bruder Wolkennase geworden, der sich vor langer Zeit auf den Weg flussaufwärts zur Silbernen Quelle gemacht hat? Eines Tages packt Schlucker und Nießerich  die Abenteuerlust und sie machen sich in einem selbstgebauten Boot auf die Suche nach dem verlorenen Bruder. Nur der alte Zirbel mit seinem Holzbein bleibt schmollend zurück. Doch zum Glück macht sich kurze Zeit später Zirbel noch auf den Weg und kann seine Brüder bei der gefahrenvollen und abenteuerlichen Reise unterstützen. Leider endet die Suche ohne Ergebnis und so kehren die drei Brüder gedrückt, aber motorisiert in einem Spielzeugboot den langen Weg zu ihrer Eichenhöhle zurück. Und dort finden sie dann endlich den lang verschollenen Wolkennase, der nur mit den Wildgänsen fortgezogen war .

 

Meine Meinung:

Denys Watkins-Pitchfords Sprache und Lokalkolorit gefallen mir sehr. Auch sind viele Episoden der Reiseerzählung  fantasievoll und ansprechend. Allerdings hat die Geschichte in ihrem Spannungsbogen  und -aufbau einige Schwachstellen und wirkt nicht ganz abgerundet. Wenn man die Erzählung allerdings Stück für Stück als Vorlesegeschichte betrachtet und der Weg  der Wichtelreise quasi auch das Ziel ist, ist es eine unterhaltsame Abenteuererzählung.

Die teilweise doppelseitigen Illustrationen von Daniela Drescher werten das Buch ungemein auf und runden es ab. Ich würde es allerdings  nicht zum Vorlesen oder Selberlesen unter 8 Jahren empfehlen.

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