{"id":1163,"date":"2018-05-17T12:11:49","date_gmt":"2018-05-17T12:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kinderbuch.blog\/?p=1163"},"modified":"2018-05-26T06:33:21","modified_gmt":"2018-05-26T06:33:21","slug":"wolkenreiter-und-sohn-1982","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kinderbuch.blog\/?p=1163","title":{"rendered":"Wolkenreiter und Sohn \u2013 1982"},"content":{"rendered":"<p>Peter Marginter war ein \u00f6sterreichischer Autor, der neben Erz\u00e4hlungen f\u00fcr Erwachsene auch Jugendb\u00fccher schrieb. Die Erz\u00e4hlung \u201eWolkenreiter &amp; Sohn\u201c ist sein zweites Jugendbuch. Es wurde als Zweiteiler von der Augsburger Puppenkiste und dem Hessischen Rundfunk im Jahr 1982 produziert. Das Kinderbuch betrachtet gesellschaftskritisch die moderne Backwarenindustrie, als ein alter Konditor dem zehnj\u00e4hrigen M\u00fcllerssohn Poldi traurig berichtet: \u201eWir tauen nur noch auf. Wenn es hoch kommt, darf ich ein paar Semmeln ins Rohr schieben, damit sie knusprig werden. So sieht das heute aus, mein Junge. Es ist billiger.[\u2026]Und wenn tats\u00e4chlich einer mehr zahlen und was Besonderes haben will, dr\u00fccken wir noch eine Spanne Buttercreme aus der Tube dazu und setzen obendrauf eine rotgef\u00e4rbte Kleisterkugel, die eine Kirsche gewesen sein soll.\u201c (P. Marginter: Wolkenreiter&amp; Sohn, Thienemann Verlag,1977, S.93)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1165\" src=\"http:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-1.jpg 315w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a92009, S.A.D. Home Entertainment GmbH<\/p>\n<p>http:\/\/shop.puppenkiste.com\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eWolkenreiter &amp; Sohn\u201c von Peter Marginter\/Rolf Rettich (1977)<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1166\" src=\"http:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-2-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-2-208x300.jpg 208w, https:\/\/kinderbuch.blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Wolkenreiter-und-Sohn-2.jpg 346w\" sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00a91977, Stuttgart, Thienemann Verlag, ISBN 9783522126009<\/p>\n<p>www.thienemann-esslinger.de<\/p>\n<p>Auf dem Kuckucksberg steht eine Windm\u00fchle. Diese geh\u00f6rt Danubius Wolkenreiter und seiner Frau Gard. Ihr Sohn Poldi, der zehn Jahre alt ist, m\u00f6chte sp\u00e4ter auch Windm\u00fcller werden. Doch die Zeiten sind schlecht. Keiner m\u00f6chte mehr das besonders fein gemahlene Windmehl kaufen. Das verwundert Poldi, denn fr\u00fcher konnte sein Vater sich vor Mehlbestellungen aus aller Welt nicht retten. Das besonders feine Windmehl war bei vielen namhaften Zuckerb\u00e4ckern sehr beliebt gewesen.<\/p>\n<p>Einige Tage sp\u00e4ter: Poldi entdeckt zusammen mit seinem Kater Zabus eine geheimnisvolle Schrift auf dem Teppich in der Ruhestube der Windm\u00fchle. \u201eAD ADURA\u201c steht da geschrieben. Auch die Worte \u201eAd INFRA\u201c, \u201eAD DEXTRAM\u201c, \u201eRETRO\u201c und \u201eAD SINISTRAM\u201c sind im Teppich eingewebt. Zum Gl\u00fcck spricht der Kater Zabus Latein und so wird den beiden Freunden schnell klar, dass sie es mit einem fliegenden Teppich zu tun haben und die geheimnisvollen Spr\u00fcche Flugbefehle sind. Prompt probieren sie den alten Teppich aus und unternehmen einige Flugversuche.<\/p>\n<p>Poldi \u00fcberlegt sich, dass er den Teppich nutzen kann, um die Existenz der alten Windm\u00fchle zu retten. Er fasst einen Plan: Er m\u00f6chte \u00fcber die Sieben Berge fliegen und in einer gro\u00dfen Stadt einen Zuckerb\u00e4cker suchen. Dieser kann dann im St\u00e4dtchen Kuckuckstal seine feinen Backwaren mit dem besonderen Windmehl zubereiten und die Kuckuckstaler f\u00fcr Windmehl-Backwaren begeistern.<\/p>\n<p>Zusammen mit Zabus startet Poldi seine gef\u00e4hrliche Mission, denn die beiden wollen selbstverst\u00e4ndlich auf ihrem fliegenden Teppich nicht entdeckt werden. Nach einigen Abenteuern erreichen die beiden eine gro\u00dfe Stadt und Poldi sieht zum ersten Mal Autos und elektrische Laternen. In einem Park landen die beiden und machen sich mit einem Sack feinstem Windmehl auf die Suche nach einer Zuckerb\u00e4ckerei. Zu ihrem Entsetzen stellen die beiden Freunde aber fest, dass die Konditoreien der Stadt alle von derselben Fabrik beliefert werden. Keine Torte wird mehr in Handarbeit gefertigt. Chef der Torten- und Semmelfabriken ist der schwerreiche Pomfried von G\u00fcldenkalb. Poldi macht sich schweren Herzens auf den Weg zu den G\u00fcldenkalbwerken. In der Fabrik wird er nur verspottet und kann einen Blick auf die maschinelle Produktionsst\u00e4tte mit ihren riesigen Anlagen werfen.<\/p>\n<p>Als Poldi und Zabus desillusioniert durch die Stadt irren, treffen sie das M\u00e4dchen Nina. Ihr Vater, Professor Malakoff, ist noch im Besitz eines alten Zuckerb\u00e4cker-Rezeptes und bereitet mit dem feinen Windm\u00fchlenmehl eine Torte nach dem Rezept seines Urgro\u00dfvaters zu. Poldi schmeckt die luftige Torte vorz\u00fcglich und im Gegensatz zu den Industrie-Torten der G\u00fcldenkalbwerke bekommt er kein Magendr\u00fccken und ist nicht so pappsatt. Nach einem Vorkommnis mit dem Gro\u00dfindustriellen G\u00fcldenkalb beschlie\u00dfen auch Nina und ihr Vater mit Poldi und Zabus zur\u00fcck zum Kuckucksberg zu fliegen. Als die Reisegruppe auf der M\u00fchlenwiese landet, berichten sie Poldi&#8217;s Eltern von ihrem Plan: Nina\u2019s Vater wird sich als Zuckerb\u00e4cker der ber\u00fchmten \u201eMalakoff\u201c- Torte mit seiner Tochter in Kuckuckstal niederlassen.<\/p>\n<p>Am Ende des Buches besucht der Zwerg Godwin Poldi und nimmt den geheimnisvollen Teppich mit und verspricht, dass in der M\u00fchle nun immer genug zu mahlen ist.<\/p>\n<p>Das Kinderbuch \u201eWolkenreiter&amp;Sohn\u201c verbindet zwei Welten. Die Zeit vor der Aufkl\u00e4rung mit ihrem magischen Blick auf die Welt und die Zeit der Moderne mit ihren Errungenschaften der Forschung und Industrie. Sympathisch stellt Peter Marginter die Vertreter der alten Ordnung dar, die auch in der gro\u00dfen Stadt noch Menschen treffen, die alte Werte und Rezepte h\u00fcten. Damit bewahren sie Kultur. Konsum- und gesellschaftskritisch wird die moderne Backwarenindustrie betrachtet, als ein alter Konditor Poldi traurig berichtet: \u201eWir tauen nur noch auf. Wenn es hoch kommt, darf ich ein paar Semmeln in s Rohr schieben, damit sie knusprig werden. So sieht das heute aus, mein Junge. Es ist billiger.[\u2026]Und wenn tats\u00e4chlich einer mehr zahlen und was Besonderes haben will, dr\u00fccken wir noch eine Spanne Buttercreme aus der Tube dazu und setzen obendrauf eine rotgef\u00e4rbte Kleisterkugel, die eine Kirsche gewesen sein soll.\u201c (P. Marginter: Wolkenreiter&amp; Sohn, Thienemann Verlag,1977, S.93)<\/p>\n<p>Ich finde, dass das Buch mit seiner Gesellschaftskritik heute noch hoch aktuell ist. Ich w\u00fcrde es als Vorlesebuch empfehlen, da es doch sehr komplex aufgebaut und sprachlich gestaltet ist. Auch die tollen Illustrationen von Rolf Rettich machen es zu einem sch\u00f6nen Vorlesebuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Marginter war ein \u00f6sterreichischer Autor, der neben Erz\u00e4hlungen f\u00fcr Erwachsene auch Jugendb\u00fccher schrieb. Die Erz\u00e4hlung \u201eWolkenreiter &amp; Sohn\u201c ist sein zweites Jugendbuch. Es wurde als Zweiteiler von der Augsburger Puppenkiste und dem Hessischen Rundfunk im Jahr 1982 produziert. Das Kinderbuch betrachtet gesellschaftskritisch die moderne Backwarenindustrie, als ein alter Konditor dem zehnj\u00e4hrigen M\u00fcllerssohn Poldi traurig berichtet: \u201eWir tauen nur noch [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1164,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[50],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1163"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1163"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1181,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1163\/revisions\/1181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kinderbuch.blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}