Reim dich und ich lieb dich – Bilderbücher in Reimform

Kinder haben Spaß daran mit Sprache zu spielen und zu reimen. Leider geht diese Freude im Laufe der Schulzeit unter dem Zwang Gedichte und Vokabeln auswendig zu lernen meist verloren. Als Kind mochte ich sehr gerne Bilderbücher mit Reimen und konnte diese oft auswendig mitsprechen. Auch wenn man als Elternteil genervt ist, ein Buch zum gefühlt 100.Mal vor zu lesen, so ist die Wiederholung besonders bei Büchern in Versform sinnvoll. Durch das gemeinsame Aufsagen der Reime erschließen sich Eltern und Kind den Text auch auf einer emotionalen Ebene und das Bilderbuch kann ein Stück innere Heimat werden. Auch werden die Kinder so befähigt- als Vorstufe zum Lesen- sich Bücher in Versen selbst vorzusagen und zu erschließen.

 

Im Folgenden stelle ich einige Klassiker und weitere schöne Bilderbücher in Reimform vor:

 

Viel Spaß mit Onkel Tobi“ von Hans-Georg Lenzen/Sigrid Fehse Hanck (1963)

Lesealter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1994,cbj, ISBN978-3570120897

www.randomhouse.de

 

Der Sammelband „Viel Spaß mit Onkel Tobi“ vereint vier Bilderbücher, die in den Jahren 1963, 1968, 1970 und 1975 entstanden sind. Mein Lieblingsbuch ist „Onkel Tobi“ aus dem Jahr 1963. Hier wird in Reimen und bunten Bildern berichtet wie Onkel Tobi seinen samstäglichen Einkauf plant und durchführt. Ähnlich wie bei dem Gedächtnisspiel „Ich packe meinen Koffer“ versucht sich Onkel Tobi seine Einkaufsliste zu merken. Außerdem kommen noch Besorgungen für die Nachbarn dazu: „ Bretter und ein Päckchen Nägel“ für den Nachbarn Kregel, die Nachbarmädchen Eva und Liese Kraus benötigen „Für die Küche eine Pfanne, eine blaue Kaffeekanne..“ und Liese bittet weiter „aber Onkel, sei so gut- kauf mir einen Sommerhut“.

Mit seinem Pferdchen Fridolin und der Kutsche geht es nun in die Stadt. Dort müssen alle Besorgungen erledigt werden. Als Onkel Tobi alles eingekauft und aufgeladen hat, macht er sich auf den Heimweg und liefert einen Teil der Einkäufe bei seinen Nachbarn ab. Bevor ein Unwetter beginnt, kommt Onkel Tobi zuhause an und versorgt das Pferd. Dann verstaut er die Einkäufe. Dabei geht er seine Einkaufsliste nochmal durch und bemerkt „aber halt-war nicht noch was? Ach- der neue Haustürschlüssel!“.  Nun beschließt Onkel Tobi einfach nächsten Samstag noch mal in die Stadt zu fahren.

Neben der Einkaufsliste, die man recht bald auswendig mitsprechen kann, sind auch die Verse zur Kutschfahrt mit den Schrittlauten des Pferdchens besonders eingängig.

Die kunterbunten Illustrationen von Sigrid Fehse Hanck unterstreichen mit ihrer ruhigen Ausstrahlung wunderbar die Geschichten über Onkel Tobi und lassen auch ein freies Erzählen zu.

Eine Leseprobe findet man unter:

https://www.randomhouse.de/leseprobe/Viel-Spass-mit-Onkel-Tobi-Alle-Geschichten-in-einem-Band/leseprobe_9783570120897.pdf

 

 

„Die Hexe und die 7 Fexe“ von Irmgard Hailer/Ali Mitgutsch 

Lesealter:ab 3 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2012, Ravensburger Buchverlag, ISBN978-3407793164

www.ravensburger.de

 

Den Anfang des Bilderbuches  „Die Hexe und die sieben Fexe“ kann ich heute noch auswendig. Er ist einfach zu schön:

 „Tief im Wald, da wohnt die Hexe

Hölla Hulla Hottala.

Hinterm Haus liegt ihre Echse

Wimba Wumba Wambuba.“

Die 7 Fexe, die auch im Wald leben, schleichen sich in die Hütte der Hexe und entwenden ihren Zauberstab. Danach entführen sie die Echse und verstecken sich vor der Hexe und ihren Geistern in einer Höhle. Ohne Zauberstab und Echse ist die Hexe ihrer Zauberkraft beraubt und die Fexe führen die Echse unter großem Hallo der Bevölkerung in das Ländchen „Trallala“ und sperren sie in einen runden Turm. Dort verwandelt sich die Echse zu Stein und steht fortan als Wasserspeier auf dem Brunnen der Stadt. Die Fexe aber kehren wieder in den Wald zurück. Besonders die letzte Buchdoppelseite mit der Abbildung des Wohnbaums der Fexe habe ich als Kind sehr gerne betrachtet. Dieses freie Abenteuerleben in Gemeinschaft war für mich eine schöne Vorstellung.

Mit dem Illustratoren Ali Mitgutsch bringt man heute vor allen Dingen seine Wimmelbücher in Verbindung, die als absolute Klassiker gelten. Im vorliegenden Buch hat Ali Mitgutsch die fantasievolle Geschichte von Irmgard Hailer wunderschön mit Landschaften und großen Figuren bebildert. Das Doppelseitenformat lässt die stimmungsvollen Illustrationen dabei richtig zur Geltung kommen.

Das Lesealter würde ich persönlich erst ab 5 Jahren ansetzen. So können die Darstellungen der Hexe, ihrer Echse und der kleinen bösen Geister für Kinder doch sehr beängstigend sein.

 

 

 „Steht im Wald ein kleines Haus“ von Jutta Bauer (2012)

Lesealter: 2-4 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2015,Moritz Verlag, ISBN978-3895652479

www.moritzverlag.de

 

Frei nach dem Volkslied „In dem Wald, da steht ein Haus“ hat Jutta Bauer in sehr eingängigen Reimen ein wirklich schönes Bilderbuch gestaltet, bei dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. So vollziehen sich während der drei Strophen im Hintergrund die Jahres- und Tageszeiten und die Figuren reagieren ganz unterschiedlich aufeinander.

Und so beginnt das Buch:

„Steht im Wald ein kleines Haus,
schaut ein Reh zum Fenster raus.
Kommt ein Häschen angerannt,
klopfet an die Wand.
Hilfe, Hilfe, große Not!
Bald schießt mich der Jäger tot!
Häschen, Häschen, komm herein,
reich mir deine Hand!“

Im weiteren Verlauf kommt noch ein Fuchs und bittet um Obdach und zum Schluss der Jäger samt Hund und Büchse. Alle werden aufgenommen und sitzen am Schluss fröhlich gemeinsam bei Essen und Trinken. Da sich die Strophen immer wieder in unterschiedlicher Besetzung wiederholen, können selbst Kleinkinder einzelne Worte oder ganze Verse bereits nach kurzer Zeit mitsprechen und singen. Auch eignen sich Gesten wie das Klopfen und das Hand Geben das Kind aktiv in die Erzählung mit einzubinden.

Liednoten und Tanzgesten findet man hier:

http://moritzverlag.de/haus/

 

 

„Henriette Bimmelbahn“ von James Krüss/Lisl Stich (1958)

Lesealter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

©2006, Boje Verlag, ISBN978-3414814005

www.luebbe.de

 

„Henriette heißt die nette, alte kleine Bimmelbahn.

Henriette,Henriette fuhr noch nie nach einem Plan.“

So beginnt James Krüss seinen Bilderbuchklassiker  aus dem Jahr 1958. In 13 Strophen wird ein Sonntagsausflug mit jeder Menge Kinder durch Wald und Flur geschildert. Unterwegs wird zum Blumen Pflücken Halt gemacht. Schließlich werden die Kinder von den Großeltern am Bahnhof glücklich in Empfang genommen. Am späten Abend zuckelt die müde Henriette wieder zurück in die Stadt.

Die kurzen Vierzeiler sind von lebendigen, farbenfrohen Zeichnungen von Lisl Stichl begleitet. Die Mimiken der Personen und kleine Szenen laden immer wieder zum Entdecken ein.

 

 

„Der Grüffelo“ von Axel Scheffler/Julia Donaldson (1999)

Lesealter:4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2016, Beltz Verlag, ISBN 978-3407792303

www.beltz.de

 

Anders als es der Titel erwarten lässt, ist die Hauptfigur des Buches  eine kleine Maus. Diese begleiten Leser und Betrachter bei ihrem Spaziergang durch den Wald. Dort wird sie nacheinander von Fuchs, Eule  und Schlange zum Mittagessen eingeladen. Die kleine Maus lehnt dankend ab und verweist darauf, dass sie weiter zum Grüffelo müsse. Daraufhin fragen die Tiere in immer denselben Versen nach dem Grüffelo und die Maus beschreibt mit jeweils drei schrecklichen Details sein Aussehen.

Wie erstaunt ist die Maus , als ihr plötzlich  mitten im Wald plötzlich der leibhaftige Grüffelo gegenüber steht und ihr mitteilt „Mein Lieblingsschmaus ist Butterbrot mit kleiner Maus“.

Gar nicht verlegen gibt die Maus zu bedenken, dass sie im Wald ein sehr gefürchtetes Tier sei und gemeinsam mit dem Grüffelo sucht sie nochmal Schlange, Eule und Fuchs auf. Diese nehmen nun mit erschrockenen Gesichtern Reißaus.

Als die Maus zum Schluss mitteilt, dass sie Hunger auf „Grüffelogrütze“ verspürt, nimmt selbst der Grüffelo seine Beine in die Hand und flieht.

Als letztes Bild sieht man die kleine pfiffige Maus, die die Ruhe des Waldes genießt und eine Nuss verspeist.

Die kleine Maus lädt Kinder ein sich mit ihr zu identifizieren. Als Kind geht man mit ihr den Weg und teilt auch die Gefühle wie Angst und Mißtrauen gegenüber den anderen Tieren. Selbst wenn Kinder die Pointe beim Auftauchen des Grüffelos nicht verstehen, so tut es der Erzählung keinen Abbruch. Die furchtbaren Körpermerkmale des Grüffelos sind einfach faszinierend. Sie werden von den Kindern mit Neugier, etwas Furcht und auch Ekel betrachtet. Daher macht der Buchtitel aus Sicht des Kindes trotzdem Sinn – auch wenn der Held des Bilderbuches eigentlich eine gewöhnliche, aber schlaue Waldmaus ist.

 

 

„Das Auto hier heißt Ferdinand“ von JANOSCH (1964)

Lesealter: 2-4 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

©2015,Beltz und Gelberg, ISBN978-3407793164

www.beltz.de

 

„Das Auto hier heißt Ferdinand

Und steht an einem Bergesrand

Es will den Berg besteigen

Und sich den Leuten zeigen.“

Das ist die Ausgangssituation aus der das Bilderbuch startet. Da das Auto Ferdinand den Berg nicht alleine bezwingen kann, wird es von einem Taxi, einem Postfahrzeug, einem Feuerwehrauto sowie dem Traktor des Bauern Nolte auf den Berg geschoben. Von der Bergspitze fällt das Auto Ferdinand allerdings direkt in einen tiefen See. Zum Glück steht ein Pferd in der Nähe und zieht das Auto mit Hilfe eines Seils aus dem Wasser.

Mit der Darstellung des Autos Ferdinand ist Janosch ein Bild des Autos schlechthin gelungen. Im Vergleich zu den immer größer dargestellten Fahrzeugen wirkt das Auto Ferdinand zierlich. Auch die angedeuteten technischen Details der Fahrzeuge bleiben Kinderaugen sicherlich nicht verborgen.

Das Buch „Das Auto hier heißt Ferdinand“ hat in dem Buch „Das starke Auto Ferdinand“ eine Fortsetzung, durch die Erzählungen in ihrer Gesamtheit rund erscheinen. In diesem Buch ist es nämlich das Auto Ferdinand, das verschiedene Personen auf ihren Fahrzeugen zieht und zum Schluss folgt die Erkenntnis:

„Ich zieh nämlich die ganze Welt,

wenn das dicke Seil nur hält.“

 

Unter folgendem Link ist bei Beltz eine Leseprobe des Bilderbuches zur Verfügung gestellt:

http://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/9783407740373.pdf

 

 

 „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane (1889)

Lesealter: ab 4 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2012, Ueberreuter Verlag, ISBN978-3219115468

www.ueberreuter.de

 

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland- so einen Namen kann man sich einfach nicht ausdenken! Tatsächlich gab es diesen Gutsherrn wirklich und Theodor Fontane schrieb 1889 in Erinnerung an diesen warmherzigen Menschen die Ballade. In Form des Birnbaums und der Birne thematisiert Fontane gleichzeitig die Vergänglichkeit von Mensch und Natur. Als Kind habe ich die leichte Melancholie und den Wehmut der Erzählung nicht wahr genommen, sondern fühlte mich vom Birnbaum mit „Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick gew di’ne Birn.“ direkt angesprochen.

In der vorliegenden Bilderbuchausgabe finde ich die Person des Herrn von Ribbeck vom Illustrator Bernd Streiter gut dargestellt. Die barocke Kleidung stößt bei mir allerdings auf inneren Unwillen und auch die historische Inszenierung der Personen in ihrem Alltag lenkt von der bedeutsamen Interaktion zwischen den Menschen ab.

Ich persönlich würde die vorliegende Ausgabe des Bilderbuches erst Kindern ab dem 7. oder 8. Lebensjahr empfehlen. Die Ballade an sich ist aber sicherlich bereits für 4jährige geeignet.

 

 

„Kasper und der Räuber Jaromir“ von Edith Witt/Heinrich Maria Denneborg (1967)

 

 

 

 

 

 

 

©1987, Boje Verlag, ISBN978-3414131201

www.luebbe.de

 

„Kinder, seid ihr alle da?

Dann ruft alle einmal: „Ja!“

Klingeling, Trompetenstoß!

Vorhang auf! Jetzt geht es los!“

So steht Kasper mit ausgebreiteten Armen auf der kleinen Bühne und mit einem gemeinsamen Lied kann das Puppentheater beginnen. Zunächst tanzt Kasperl mit der Gretel, dann besucht er die Großmutter in der Stadt, die heute ihren Geburtstag feiert. Er singt ihr ein Ständchen und dann wird Geburtstagskuchen gegessen.

Anschließend erhält Kasper vom alten König einen Auftrag- er soll für 1000 Taler einen Schimmel kaufen. Der bekannte Räuber Jaromir entwendet durch eine List den Sack mit den Talern und versteckt ihn bei der Hexe Wackelzahn im finsteren Wald. Ihr träges Krokodil bewacht den Schatz.

Aber Kasper findet die Höhle und Schutzmann August nimmt die Ganoven gefangen. Kasper reitet auf dem Schimmel zum König, der sich sehr freut. Und dann endet das Theaterstück:

„Unser Spiel ist hier zu Ende,

und wir klatschen in die Hände.

Kasper will für heute Ruh‘-

ratsch, zieht er den Vorhang zu.“

„Kasper und der Räuber Jaromir“ ist ein Bilderbuch, dass den Kindern die Welt des Puppentheaters nah bringt. Gleichzeitig ermutigt es, aktiv am Kasperspiel teilzunehmen und kann auch mit Handpuppen einfach nachgespielt werden.

 

 

„Pippelu, der kleine Bär“  von Annie M.G. Schmidt/Harrie Geelen (1958)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1997,Middelhauve Verlag, ISBN978-3787695270

www.middelhauve-verlag.de

 

Das Bilderbuch „Pippelu, der kleine Bär“ der Niederländerin Annie M.G. Schmidt enthält viele  Alltagsgeschichten des kleinen Bären Pippelu und seiner Familie. Man findet hier die Geschichten „Mütze“, „Boot“, „Geburtstag“, „Weg!“, „Besuch“, „Bei Omama“, „Krank“, „Brötchen“, „Eis“, „Im Bad“, „Eier“ und „Einkaufen“.

„Der kleine Bär heißt Pippelu,

hat keine Socken, keine Schuh,

hat keine Jeans und kein Jackett

und auch kein Hemd für nachts im Bett,

nicht Stiefel für die Regenpfütze-

doch Pippelu hat eine Mütze.“

Die ausdrucksstarken Bilder von Harrie Geelen lenken nicht von den Versen ab und setzen die Pointen der Geschichten auch zeichnerisch um.

 

 

„Es klopft bei Wanja in der Nacht“ von Tilde Michels/Michel Reinhard (1985)

Lesealter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2015, Ellermann Verlag, ISBN978-3770757374

www.ellermann.de

 

„Weit fort in einem kalten Land

Steht Wanjas Haus am Waldesrand.

In langen Zapfen hängt das Eis

Und ringsumher ist alles weiß.“

 

In diesem Winteridyll beginnt die Erzählung von Wanja, der nachts beim Brausen des Windes um das Haus plötzlich wach wird und bemerkt, dass jemand an der Türe klopft. Ein Hase bittet im Schneesturm um Obdach und wird willkommen geheißen. Noch zwei weitere Wanderer, ein Fuchs und ein Bär, finden in dieser Nacht in Wanjas Haus Unterschlupf. Am nächsten Morgen löst sich die Gemeinschaft aus Angst vor dem Fressfeind nach und nach auf und als Wanja als Letzter erwacht, fragt er sich, ob er die Zusammenkunft nur geträumt hat. Die Spuren im Schnee vor seinem Haus bestätigen ihm aber, dass es so war.

Eine  Leseprobe findet man unter diesem Link:

https://www.verlageste.de/documents/products/flipviewer/014750/html5/index.html

 

 

„Die Maus, die hat Geburtstag heut“ von Paul Maar (1997)

Lesealter: 3-5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1997, Friedrich Oetinger Verlag, ISBN978-3789168550

www.oetinger.de

 

„Die Maus, die hat Geburtstag heut.

Gleich kommt Besuch, der sie sehr freut.

Welches Tier kommt denn hier

und will der Maus was schenken?“

In eingängigen Versen und eigenen Bildern hat Paul Maar ein intelligentes, aber auch anrührendes Bilderbuch geschaffen. Die Geschichte ist ein Gedächtnis- und Ratespiel, das die Kinder sofort mit einbindet, indem sie die Tiergäste und ihre Geschenke für die Maus benennen können. Die Verse wiederholen sich ständig und laden das Kind ein mitzusprechen und sich das Buch so selbstständig vor zu lesen.

 

„Hokus Pokus in der Nacht“ von Mira Lobe/Winfried Opgenoorth (1979)

Lesealter:3-6 Jahre

„Still und dunkel steht das Haus- ganz verlassen sieht es aus.“ Doch nach und nach rührt sich etwas hinter den Fenstern.. Zunächst schnuppert die kleine Maus Marlene in die Nachtluft, dann wird Herr Mugelmann im ersten Stock wach und raucht ein Pfeifchen. Der kleine Klaus fängt an Blumen zu schneiden. Der Gärtner macht sich mit dem Spaten über der Schulter auf den Weg in den Garten. In der Dachkammer spielt Fritz Geige. Jetzt bläst Fanni im Fenster gegenüber die Posaune. Plötzlich taucht ein Clown im Garten auf und beginnt Seilzutanzen. Frau Rundlich schimpft vom Balkon über den Lärm. Frau Brei bringt ihrem Mops in der Stube bei zu tanzen. Auf der Veranda erscheinen die Zwillinge Ruth und Wanda. Als ein buntes Fest im Gange ist, erscheint ein Krokodil, das freudig mittanzt. Auf der letzten Buchseite ist dann der Spuk vorbei: „Still und dunkel steht das Haus und sieht wie am Anfang aus..“

Neben den schönen Versen, zeichnet sich das Buch vor allen Dingen durch die doppelseitige Illustration des Hauses mit seinem Garten aus. Diese werden im Laufe der Erzählung nach und nach Schauplatz für viele kleine Geschichten. Für die Kinder gibt es viele Details zu entdecken. Dennoch sind Texte und Bilder reduziert und nicht überfrachtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2013, Jungbrunnen Verlag, ISBN978-3702658410

www.jungbrunnen.co.at.

 

„Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ von Julia Donaldson/Axel Scheffler (2001)

Lesealter: 4-6 Jahre

Die Hexe hat alles dabei, was eine Hexe so braucht: Hut, Zauberstab, Besen und eine Schleife am Zopf. Bei dem Flug mit dem Besen geht jedoch einiges verloren.. Zum Glück finden verschiedene Tiere die Gegenstände und die Hexe ruft nimmt sie auf dem Ritt durch die Lüfte mit.

Über einem schwarzen Moor zerbricht der völlig überladene Besen und alle Reiter stürzen ab. Die Hexe gerät in die Fänge eines Drachen ( „Ich bin ein Drache, der schlimmste von allen“) und wird von einem sonderbaren Sumpfmonster gerettet. Bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass es ihre 4 Reisegefährten sind. Nun holt die Hexe ihren Zaubertopf und mit dem magischen Hexenspruch „Schwuppdiwupp Kartoffelsupp, abrakadabra und ei der Daus..“ erscheint auf der letzten Doppelseite ein fantastischer Hexenbesen mit tollen Extras für die Tiere. Jetzt kann die Reise weitergehen!

Eine emotional packende Geschichte mit vielen Wiederholungen, die die Kinder animieren mitzusprechen. Ich finde, das Buch ist bereits für 2jährige geeignet, da es wirklich übersichtlich gestaltet ist. Zudem können manche Verse einfach weggelassen und gekürzt werden, ohne dass die Geschichte ihren Sinn verliert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2017, Beltz & Gelberg, ISBN978-3407793980

www.beltz.de

 

 

„Der Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann (1845)

Lesealter: 3-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2013,Schwager&Steinlein, ISBN978-3849901363

www.schwager-steinlein-verlag.de

 

Auf der Suche nach einem passenden Buch für seinen dreijährigen Sohn Carl-Philipp gestaltete der Psychiater und Kinderarzt Dr. Heinrich Hoffmann im Jahr 1844 kurzerhand eine eigene Geschichtensammlung.  Das Buch  erhält im Bekannten- und Freundeskreis so großen Zuspruch, dass er es nur ein Jahr später veröffentlicht. Das Buch wird zum weltweiten Erfolg und gilt bis heute als Klassiker. Parallel haben Begriffe wie Suppen-Kaspar oder Zappel-Philipp Eingang in unseren Wortschatz gefunden.

Folgende Geschichten befinden sich in Reimform im Buch:

Die Geschichte vom bösen Friederich

Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug

Die Geschichte von den schwarzen Buben

Die Geschichte vom wilden Jäger

Die Geschichte vom Daumenlutscher

Die Geschichte vom Suppen-Kaspar

Die Geschichte vom Zappel-Philipp

Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft

Die Geschichte vom fliegenden Robert

 

Als Kind mochte ich die Geschichten des Struwwelpeters sehr gerne hören und ansehen. Die Erzählung von Paulinchen mit dem Feuerzeug hat mich stark berührt und auch verängstigt –ähnlich wie das Bild des Schneiders beim Daumenlutscher. Zwar konnte ich als Kind doch abstrahieren und  und habe die Gefahr nicht unmittelbar für mich direkt empfunden. Aber ich habe nachgefühlt wie es wohl den Kindern in den Erzählungen geht. Besonders fasziniert hat mich die Vorstellung vom fliegenden Robert:

„Seht! Den Schirm erfasst der Wind,

und der Robert fliegt geschwind

durch die Luft so hoch, so weit;

niemand hört ihn, wenn er schreit.

Wo der Wind sie hingetragen,

ja, das weiß kein Mensch zu sagen.“

 

 

„Die Struwwelliese“ von Cilly Schmitt-Teichmann/Charly Greifoner (1950)

Lesealter: 5-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2013, Schwager&Steinlein, ISBN978-3849901387

www.schwager-steinlein-verlag.de

 

Das Buch „Die Struwwelliese“ ist eindeutig ein Kind seiner Zeit, aber es ist auch ein Klassiker, der bis heute Kinder begeistert.

Die Mutter hat es mit Struwwelliese nicht einfach: morgens möchte sie nicht aufstehen, dann möchte sie sich nicht waschen und mittags mag sie ihr Gemüse nicht essen. Die anderen Kinder lachen sie aus, weil sie schlampig aussieht und keine Ordnung hält. Auch in der Schule arbeitet sie nicht mit und kommt immer zu spät.

Als sie ihrem Opa beim Unkrautjäten zur Hand gehen soll, reißt sie nur die Möhren raus. Danach geht sie ans Radio und dreht an den Knöpfen, obwohl es der Vater verboten hat. Sie bekommt einen Schlag und versengt sich die Haare.

Dann klettert Liese auf einen Baum und fällt in den Eierkorb einer Bäuerin, aber statt sich zu entschuldigen, zeigt sie ihr nur eine lange Nase. Als nächstes erfüllt sich Liese den Traum eines jeden Kindes und zerschneidet ihr Federbett. Mit Skiern und Pudelmütze spielt sie Winter.

Als sie die Haushälterin Anna erschreckt, wird sie zur Strafe ohne Essen in den Keller gesperrt. Hier denkt Liese zum ersten Mal, dass Gemüse jetzt wirklich schön wäre.

Beim Lesen eines Buches auf der Straße, sieht Liese ein Auto nicht und wird angefahren. Nun muss sie mit ihrem Gipsbein viele Wochen im Krankenhaus liegen.

Im Traum erscheinen Struwwelliese Seife, Zahnputzbecher, kaputtes Spielzeug und andere missachtete Gegenstände. Die Suppenschüssel ermahnt Liese: „Schau, sie alle jammern, klagen- was kannst du dagegen sagen?“

Nun folgt die Reue und ab dieser Nacht verwandelt sich Struwwelliese:

„Frisch gewaschen und geputzt,

nie ein Kleidchen mehr verschmutzt,

pünktlich, fleißig,  gut und lieb.

Immer so nun Lieschen blieb.“

Auch in diesem Buch wird wie beim Namensbruder „Struwwelpeter“ mit dem moralischen Zeigefinger gearbeitet. Allerdings richtet sich das Buch speziell an Mädchen. Ich fand es als Kind irritierend, dass Liese aufgefordert wird nicht auf Bäume zu klettern. Auch den Anspruch sich als Mädchen nicht schmutzig machen zu dürfen, fand ich befremdlich.

Trotzdem haben mir die Geschichten immer gut gefallen, besonders wenn sich Katze Miezchen und Hund mahnend einmischen und Liese den rechten Weg weisen.

 

 

„Max und Moritz: Eine Bubengeschichte in sieben Streichen“ von Wilhelm Busch (1865)

Lesealter: 5-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2013, Schwager&Steinlein Verlag, ISBN978-3849901394

www.schwager-steinlein-verlag.de

 

„Max und Moritz“ kann als Lieblingsbilderbuch der Deutschen bezeichnet werden. Die beiden Lausbuben tyrannisieren mit ihren kreativen, aber auch wirklich deftigen Streichen das ganze Dorf. Zum Schluss folgt die Strafe und der Müller und Bauer Mecke setzen dem schlimmen Treiben in der Mühle ein Ende.

Besonders die Kombination aus Bild und einzelnem Vers sorgen für den hohen Unterhaltungswert der Erzählungen. Durch die sieben Streiche lernt man unterschiedliche Personentypen in ihrem Lebensumfeld kennen. Dieses wird durch die beiden Bösewichte empfindlich gestört. Dennoch fand ich als Kind es wirklich schade, dass Max und Moritz als Entenfutter enden und nicht geläutert werden.

 

 

 

 

Weitere schöne Kinderbücher in Reimen sind:

 

„Das kleine Ich-bin-Ich“ von Mira Lobe/Susi Weigel (1972)

Lesealter: 4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2016, Jungbrunnen Verlag, ISBN978-3702648503

www.jungbrunnen.co.at.

 

„Etwas von den Wurzelkindern“ von Sybille von Olfers (1906)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1995, thienemann-esslinger Verlag, ISBN978-3480130894

www.thienemann-esslinger.de

 

„Bilder und Gedichte für Kinder“ von W.Halle u. K. Schüttler-Janikulla (Hrsg.)/Janosch (1979)

Lesealter: ab 3 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1979, westermann Verlag, ISBN978-3141117004

www.westermanngruppe.de

 

„Rasputin der Vaterbär“ von Janosch (1986)

Lesealter: 8-10 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1996, Beltz & Gelberg Verlag, ISBN978-3407802705

www.beltz.de

 

„Die 7 Sachen“ von Samuil Marschak/Ingeborg Meyer-Rey (1991)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2017,Beltz der KinderbuchVerlag, ISBN978-3407772091

www.beltz.de

 

„Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ von Hannes Hüttner/Gerhard Lahr (1969)

Lesealter:5-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2017, Beltz der KinderbuchVerlag, ISBN978-3407771131

www.beltz.de

 

„Alarm im Kasperletheater“ von Nils Werner/Heinz Behling (1958)

Lesealter:4-5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1994,Eulenspiegel Verlag, ISBN978-3359007579

www.eulenspiegel.com

 

„Fahre mit durchs ABC“ von James Krüss (1965)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©1965, Gütersloh, C. Bertelsmann Verlag

www.randomhouse.de

 

„Teddy Brumm“ von Heinz Behling/Nils Werner (1957)

Lesealter: 3-5 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2000, Eulenspiegel Verlag, ISBN978-3359007562

www.eulenspiegel.com

 

„Lauter nette Tiere“ von Annie MG Schmidt/Fiep Westendorp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2002,Middelhauve Verlag, ISBN978-3787695249

www.middelhauve-verlag.de    

 

„Die Regenzwerge“  von Jolan Sohn/Lore Hummel (1960)

©1960, Sebaldus Verlag

 

„Lurchis Abenteuer“ von Erwin Kühlewein/Heinz Schubel (1952)

Lesealter:4-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2016, Esslinger Verlag, ISBN978-3480233038

www.thienemann-esslinger.de

 

„Die Heinzelmännchen “ von August Kopisch/Fritz Baumgarten

Lesealter: 3-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2016,Beltz&Gelberg, ISBN978-3407773036

www.beltz.de

 

„Das Katzenhaus“ von Samuil Marschak (1958)

Lesealter:5-7 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2015, Beltz KinderbuchVerlag, ISBN978-3407771537

www.beltz.de

 

„Kleine Tiere essen gern“ von Andreas Reimann/Ingeborg Meyer-Rey (1974)

Lesealter: 3-6 Jahre

 

 

 

 

 

©2016,Beltz der KinderbuchVerlag, ISBN978-3407770752

www.beltz.de

 

„Morgens früh um 6“ von Petra Wiegandt (1979)

Lesealter:3-6 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

©2011, leiv Verlag, ISBN978-3896033840

www.leiv-verlag.de

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