Buchreihen, bei denen der erste Band am besten war

Vielleicht kennt ihr das auch: Man entdeckt ein neues Buch und liest es mit Begeisterung. Danach fiebert man der Fortsetzung entgegen – und wird enttäuscht. So ging es mir auch mit den folgenden Büchern (,die allesamt äußerst lesenswert sind!!):

 

 

 

„Schlimmes Ende“ von Philip Ardagh

 

©2004, cbj Verlag, ISBN978-3570215074, www.randomhouse.de

Eddie Dickens ist 11 Jahre alt als seine Eltern an einer merkwürdigen Krankheit erkranken: sie werden gelb, an den Rändern etwas wellig und riechen unangenehm nach alten Wärmeflaschen. Damit sich Eddie nicht ansteckt, soll er von seinem Wahnsinnigen Onkel Jack und seiner Wahnsinnigen Tante Maud mit der Kutsche abgeholt und zu ihrem Landsitz „Schlimmes Ende“ gebracht werden. Da der Name bei den beiden Programm ist, verläuft die Reise nicht komplikationslos.

Das Buch ist irre witzig und ich musste beim Lesen mehr als nur schmunzeln. Leider konnten die Folgebände mich nicht mehr so begeistern, da sie in ihrer Skurrilität übertrieben wirken.

Lesealter: Ab 10 Jahre

Folgebände der Eddie Dickens-Reihe:

Furcht erregende Darbietungen

Schlechte Nachrichten

Unliebsame Überraschungen

Abscheuliche Angewohnheiten

Allerletzter Akt

„Doktor Proktors Pupspulver“ von Jo Nesbø

 

©2008, Arena Verlag, ISBN 978-3401063041, www.arena-verlag.de

Der winzige Bulle mit den feuerroten Haaren zieht in die Kanonenstraße in Oslo. Schnell freundet er sich mit dem Nachbarmädchen Lise an und die beiden landen eines Tages im Haus des verrückten Professors Doktor Proktor. Bulle ist von den Erfindungen des Professors begeistert- besonders das Pupspulver hat es ihm angetan- und er beschließt es in der örtlichen Grundschule zu vermarkten. Die geniale Erfindung ruft aber auch Neider in Person der fiesen Zwillinge Truls und Trym auf den Plan. Diese wollen die Erfindung stehlen. Dabei haben sie aber die Rechnung ohne Bulle, Lise und Doktor Proktor gemacht. Die Erzählung ist einfach rund und total komisch. Die Folgebände sind amüsant, können  mit der Genialität des ersten Bandes aber nicht mithalten.

Lesealter: 8-10 Jahre

Folgebände der Doktor Proktor-Reihe:

Doktor Proktors Zeitbadewanne

Doktor Proktor im Goldrausch

Doktor Proktor verhindert den Weltuntergang

 

„Flavia de Luce- Mord im Gurkenbeet“ von Alan Bradley

 

©2010, Blanvalet Verlag, ISBN978-3401063041, www.randomhouse.de

Flavia de Luce lebt mit ihrem verwitweten Vater und ihren beiden Schwestern auf dem Herrensitz Buckshaw. Eines morgens entdeckt sie im Gurkenbeet eine Leiche und sie macht sich in der Manier Sherlock Holmes‘ und einer satten Portion englischen Humors auf die Suche nach dem Mörder.

Flavia ist so pfiffig und ihre Gedanken so amüsant, dass ich das Buch verschlungen habe. Leider konnten mich die Folgebände in ihrer Handlung nicht mehr so überzeugen.

Lesealter: /

Folgebände der Flavia de Luce-Reihe:

Mord ist kein Kinderspiel

Halunken, Tod und Teufel

Vorhang auf für eine Leiche

Schlussakkord für einen Mord

Tote Vögel singen nicht

Eine Leiche wirbelt Staub auf

 

„Miesel und der Kakerlakenzauber“ von Ian Ogilvy

 

©2007, Ravensburger AG, ISBN978-3473523344, www.ravensburger.de

Miesel Stubbs wächst nach dem mysteriösen Verschwinden seiner Eltern bei seinem gräßlichen Vormund Basil Trampelbone auf. Obwohl Miesels Eltern sehr vermögend waren, wird Miesel von seinem Onkel vernachlässigt, ist sehr dünn und schmuddelig. Basil Trampelbone hat auf dem Dachboden eine Modelleisenbahn mit kleinen Häusern und winzigen Figuren aufgebaut. Mit dieser würde Miesel so gerne spielen. Als sein Vormund eines Tages wegen einer Besorgung unterwegs ist, spielt Miesel heimlich mit der Anlage. Zur Strafe schrumpft ihn sein Vormund mit einem Zauber auf Größe einer Spielfigur und setzt ihn auf das Spielbrett. Hier stellt Miesel mit Schrecken fest, dass auch die anderen Spielfiguren geschrumpfte Menschen sind, die er zunächst befreit. Nun tüfteln die Verzauberten einen Plan aus, um den Zauberer und seine gefräßige Fledermaus unschädlich zu machen und ihrem Gefängnis zu entkommen.

Lesealter: Ab 10 Jahre

Weitere Bände der Miesel Stubbs-Reihe:

Miesel und der Drachenhüter

Miesel und die Hexerverschwörung

Miesel und das Glibbermonster

Miesel und die Gruselgrotte

 

„Spook, der Schüler des Geisterjägers“ von Joseph Delaney

 

©2008, CBJ Verlag,ISBN: 9783570219133 , www.randomhouse.de

Der  12jährige Tom Ward ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes. Er wird kurz vor seinem dreizehnten Geburtstag vom örtlichen Spook abgeholt und in die Lehre genommen. Als Schüler des Geisterjägers bekommt er es nun mit Hexen, Boggarts, Spukbildern und Geistern zu tun, die gebannt werden müssen. Der Schüler und sein Lehrer führen in ihrem Winterquartier ein sehr abgeschiedenes Leben und müssen sich asketisch auf ihre Aufgaben vorbereiten. Tom Ward zeigt sich nicht sonderlich begabt und empfindet oft Schrecken angesichts der Wesen der Dunkelheit. Der Spook hat eine geheimnisvolle, kühle Art und Tom ist sich nicht sicher, ob er ihm zugewandt ist. Am Ende des Buches gerät Tom in den Fokus des örtlichen Hexenzirkels, der zudem seine Familie bedroht. Insgesamt ist das Buch sehr düster und hat mich wirklich in die dunkle Realität  des Spooklehrlings mitgenommen.

Die Folgebände der Spook-Reihe wirken in ihrer Handlung sehr konstruiert und die Personen agieren vorhersehbar. Irgendwie ruckelt dadurch der Handlungs- und Spannungsbogen unangenehm. Das Arbeitsfeld eines Spooks wird dennoch in seinen Details spannend und fantasievoll dargestellt.

Lesealter: Ab 10 Jahre

Ich finde das Buch schon sehr beängstigend (was ja auch gut ist) und würde es frühestens ab 12 Jahren, eher ab 14 Jahren empfehlen.

Folgebände der Spook-Reihe:

Spook, der Fluch des Geisterjägers

Spook, das Geheimnis des Geisterjägers

Spook, der Kampf des Geisterjägers

Spook, die Feinde des Geisterjägers

 

„Magyk“ von Angie Sage

©2010, dtv Verlagsgesellschaft, ISBN978-3423623278, www.dtv.de

In Magyk ist es wieder der siebte Sohn eines siebten Sohnes, der als Junge 412 und Mitglied der Jungarmee die Hauptrolle spielt. Die Geschichte  nimmt ihren Anfang auf der Burg und präsentiert zunächst die Personen, die hier noch leben:  Prinzessin Jenna, die außergewöhnliche Zauberin Marcia Overstrand, die Zauberfamilie Heap und der falsche Regent Dom-Daniel. Der Junge 412 wird im weiteren Verlauf  Lehrling der Außergewöhnlichen Zauberin und versucht gemeinsam mit ihr Prinzessin Jenna vor den Jägern und Meuchelmördern des Dom-Daniel zu verstecken und zu beschützen. Am Ende lüftet sich das Geheimnis seiner Herkunft und er wird als Septimus Heap wieder in seiner Familie aufgenommen.  In Magyk wimmelt es neben der Handlung von fantasievollen Fabelwesen wie Botenratten, Burggespenstern, schleimigen Magogs und Boggarts. Die Figuren sind fantasievoll von Mark Zug illustriert.

Hatte ich bereits beim ersten Band Schwierigkeiten mich im Personengeflecht zurecht zu finden, so wurde es in den Folgebänden noch komplizierter. Auch gestaltete sich die Handlung nicht immer nachvollziehbar.

Lesealter: 7-11 Jahre

Folgebände der Septimus Heap-Reihe:

Flyte

Physic

Queste

Syren

Darke

Fire

„Eragon- Das Vermächtnis der Drachenreiter“ von Christopher Paolini

©2008, Blanvalet, ISBN978-3442370108, www.randomhouse.de

Der 15jährige Eragon lebt als Waise bei seinem Onkel in einem kleinen Dorf in der Bergen von Alagaesia. Da die Landwirtschaft nicht genug Ertrag bietet und die Menschen bettelarm sind, wildert Eragon in den angrenzenden Bergen. Dabei findet er einen geheimnisvollen Stein, den er mit nach Hause nimmt. Nachts gerät Leben in den Stein und ein kleiner Drache schlüpft. Als Schergen des grausamen Königs Galbatorix auf der Suche nach dem Drachenei in das Dorf kommen, gerät schnell Eragons Familie ins Visier. Sein Onkel wird getötet, der Hof zerstört und Eragon und sein mittlerweile ausgewachsener Drache Saphira fliehen mithilfe des Geschichtenerzählers Brom. Brom -selbst ehemaliger Drachenreiter- lehrt Eragon seine Magie zu kontrollieren und zu nutzen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu den Varden, einer Rebellengruppe, die sich vor Galbatorix in Tronjheim einer Zwergenstadt versteckt. Aber Galbatorix hat bereits seinen Schatten Durza geschickt und dieser trifft zu einer großen Schlacht am Fluss Farthen Dûr auf Eragon, Saphira und die Varden.

Eragon ist ein typisches Heldenbuch, bei dem der Held zunächst auserwählt wird, seine Bestimmung ergründet und sich dann –unterstützt von Weggefährten- seiner Aufgabe stellt. Dies ist im ersten Band auch sehr spannend umgesetzt. In den Folgebänden folgt eine Schlacht oder Mission der nächsten, unterbrochen von einzelnen Haltestationen im Königreich Alagaesia. Das empfand ich auf Dauer ermüdend und bin nach dem dritten Band aus der Erzählung ausgestiegen.

Lesealter: /

Weitere Bände der Drachen-Saga:

Der Auftrag des Ältesten

Die Weisheit des Feuers

Das Erbe der Macht

 

„Dhampir- Halbblut“ von Barb & J.C. Hendee

©2010, Egmont LYX, ISBN: 978-3802584053, www.luebbe.de

Die junge Margiere, der Halbelf Leesil und dessen Hund Chap reisen durch Dörfer und geben sich als Vampirjäger aus. Schließlich steigen sie aus diesem Vagabundenleben  aus und kaufen sich in dem Hafenstädtchen Miiska eine Taverne. Doch ausgerechnet in dieser Kleinstadt treibt eine kleine Gruppe Vampire ihr Unwesen. Von dem mysteriösen Westiel Massing erfährt Magiere, dass sie ein Dhampir ist- halb Mensch, halb Vampir und dazu auserwählt die Untoten zu jagen. Gemeinsam mit Leesil stellt sich Margiere der gefährlichen Aufgabe.

Im ersten Band werden die Übergriffe der Vampire sehr spannend beschrieben, der Schwerpunkt der Folgebände liegt eher auf der Selbstfindung Magieres und Leesils, dadurch verlieren die Bücher ihren abenteuerlichen Charakter.

Lesealter: /

Folgebände der DHAMPIR-Reihe:

Seelendieb

Dunkelland

Blutsverrat

Schattenherz

Götterjagd

Vergessene Zeit

Steinerne Flut

 

 „Der goldene Kompass“ von Philip Pulman

©2011, CARLSEN Verlag, ISBN: 978-3551310927,  www.carlsen.de

Lyra hat einen Dämon namens Pantalaimon, der in Tierform seine Gestalt wechseln kann. Sie lebt als Waise in einem College und wird selten von ihrem Onkel Asriel besucht. Dieser erforscht den „Staub“, eine Materie, die Welten verbindet und auch mit den Dämonen der Menschen zusammenhängt. In Lyras Welt besitzen alle Menschen einen Dämon, der ab der Pubertät eine feste charakterliche Tiergestalt annimmt. Zu Beginn des ersten Bandes verschwinden Kinder der Stadt Oxford und Lyra macht sich auf die Suche nach diesen. Auf der Reise in den Norden gewinnt sie Weggefährten wie beispielsweise den Panzerbären Iorek Byrnison oder die Hausbootwanderer, die Gypter. Als Lyra die Kinder findet, entdeckt sie auch das Geheimnis ihrer Entführung: In Experimententen trennen Forscher des Magisteriums (einer kirchlichen Institution) in einem grausamen Experiment einzelne Kinder mithilfe einer Guillotine von ihrem Dämon. Es gelingt Lyra mithilfe des Hexenzirkels unter der Leitung der Hexe Serafina Pekkala, dem mächtigen Kampfbären Iorek und den Gyptern im Kampf die Kinder zu befreien. Anschließend macht sie sich auf die Suche nach Lord Asriel und folgt ihm durch ein Portal in eine Parallelwelt.

In den Folgebänden werden Parallelwelten von Lyra bereist und beschrieben. Allerdings ist die Story so verworren, dass ich trotz der spannenden Welten die Lust am Weiterlesen verlor.

Lesealter: 12-15 Jahre

Folgebände der His Dark Materials-Reihe:

Das Magische Messer

Das Bernstein-Teleskop

 

Bei welchen Buchreihen ging es euch ähnlich? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

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