Christine Nöstlinger – Kindliche und Jugendliche Realität mit dem gewissen Etwas

Die österreichische Autorin Christine Nöstlinger traf in den 90er Jahren mit ihrem Sprachwitz und der Darstellung jugendlicher Realitäten genau meinen Geschmack.

Wetti und Babs

Als erstes Nöstlinger Buch las ich Wetti und Babs. Die Gefühlswelt der Protagonistin mit dem missglückten Haarfärbeversuch gleich zu Beginn des Buches kam meiner sehr nah. Besonders gelungen fand ich das Bild von Axel Scheffler auf dem Buchcover. Das Gefühl sich wie Wetti auf den Gefrierschrank des Haushalts zurückziehen zu wollen, um Ruhe zu haben, hatte ich als Teenager auch oft. Ich fand beim Lesen allerdings etwas befremdlich, dass es in österreichischen Mietshäusern der 90er-Jahre noch Etagentoiletten gab.

Hier ein kurzer inhaltlicher Überblick:

Barbara Bogner, 13 Jahre alt und von allen nur Wetti genannt,  plagen die Sorgen des Alltags in einer ganz normalen Familie, die gerade ein Haus baut. Eines Tages lernt sie Stefan kennen, der sie Babs nennt. Er führt aus reichem Elternhaus kommend ein anderes Leben. Trotz unterschiedlicher Ansichten entwickelt sich eine Freundschaft und ganz zarte Liebe, die beiden Halt gibt.

©1992, Verlagsgruppe BELTZ, ISBN:340778130X, www.beltz.de

Oh, Du Hölle     

In der 8.Klasse stellte ich „Oh, du Hölle“ im Deutschunterricht vor. Hier beschreibt Julia in Tagebuchform skurrile Anekdoten ihres Teenager-Alltags: angefangen von der missglückten Sonnenbrandbehandlung mit reichlich Quark bis hin zum konliktträchtigen Schulalltag mit unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten. Auch eine aufkeimende Liebe und das Chaos mit geschiedenen Eltern gehören zu ihrem Leben. Das Buchcover und die detailreichen Buchillustrationen in Form von skizzierten Tagebucheinträgen gefielen mir besonders gut. Diese sind  von Christine Nöstlinger jun. und spiegeln die direkte, sarkastische Art Julia’s.

©1997, Beltz Verlagsgruppe,ISBN: 978-3407801654, www.beltz.de

Lesealter: 12-15 Jahre

Das Austauschkind

Ewald ist 13 Jahre alt und hat schlechte Noten im Fach Englisch. Um Abhilfe zu schaffen, beschließen Herr und Frau Bogner in den Sommerferien den wohlerzogenen, sympathischen Tom als Austauschkind aufzunehmen. Doch dann die Überraschung am Flughafen: Toms Stiefbruder Jasper trifft ein. Dieser ist absolut kein Musterknabe und schockiert mit seinen Eigenarten und Ungezogenheiten die gesamte Familie. Ewald findet gemeinsam mit seiner Schwester einen Zugang zu Jasper und hilft ihm sein seelisches Gleichgewicht wieder zu finden. Insgesamt ein lehrreicher Austausch für alle Beteiligten.

Ewalds Tagebuch ist voller Situationskomik, da so unterschiedliche Lebensrealitäten natürlich heftig aufeinanderkrachen.

©2017,Verlagsgruppe BELTZ,  ISBN: 978-3407801654, www.beltz.de

Lesealter:12-15 Jahre

 

Rosa Riedl, Schutzgespenst

Nastis’s Eltern sind abends ausgegangen. Als die ängstliche Nasti einen gruseligen Film ansieht, kommt das alte Gespenst Rosa Riedl ins Wohnzimmer und schaltet den Fernseher aus. Nasti hat sich sehnlich einen Schutzengel gewünscht und so beschließen die beiden, dass Rosa Riedl Nasti’s Schutzgespenst wird. Die sonst so ängstliche Nasti wird nun von Tag zu Tag mutiger.

©2016, Verlagsgruppe BELTZ,  ISBN:978-3407781192, www.beltz.de

Lesealter: 10-12 Jahre

Gretchen Sackmeier, Gretchen hat Hänsschen Kummer, Gretchen mein Mädchen

Zu Beginn des ersten Bandes ist Gretchen 14 Jahre alt. Wie alle in ihrer Familie hat sie mit etwas Übergewicht zu kämpfen und fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut. Als Gretchens Mutter von einem Klassentreffen wiederkommt, ändert sich im Hause Sackmeier vieles. Die ganze Familie muss sich mit der Emanzipation der Mutter zurechtfinden. Gretchen steht zudem  im Gefühlschaos mit mehreren Jungenfreundschaften und entwickelt sich bis Ende des dritten Bands zu einer selbstsicheren jungen Frau.

©2011, Verlag Friedrich Oetinger GmbH, ISBN: 978-3841501417, www.oetinger.de

Lesealter: 12-15 Jahre

Wir pfeifen auf den Gurkenkönig

Stell dir vor, es rumort in der Küche und auf einmal sitzt eine garstige grüne Kreatur auf dem Küchentisch und bittet um politisches Asyl. Und das Schlimmste ist, dein Vater lässt sich von diesem selbsternannten König auch noch rumkommandieren.

Genau das ist dem 12jährigen Wolfgang Hogelmann passiert und er beschreibt in seinem Tagebuch neben seinen Schulproblemen wie es mit dem unverschämten Gurkinger  Kumi-Ori weitergeht.

Ich fand als Kind die Geschichte ungeheuer spannend und aufregend. Wieder ein Roman Nöstlingers, der zeigt, dass auch Eltern manchmal falsch liegen können und der, obwohl er Muster aufbricht,  Ordnung schafft.

©1997, Rowohlt Verlag GmbH, ISBN 978-3499201530, www.rowohlt.de

Lesealter: ab 9 Jahre

Pfui Spinne

Christine ist von ihrer Familie genervt. Sie nennt ihre Mutter nur „die Frau“ und „der Knabe Bruder“ nervt erst recht. Im Urlaub mit ihrer Familie und ihrem Freund Hasi/Hasemann sollte es passieren, das erste Mal. Aber irgendwie beobachtet Christine, dass ihre Gefühle sich nicht so verhalten wie sie eigentlich sollten. Nach einem Streit mit Hasi trifft sie in Italien ihre „Liebe auf den ersten Blick“ und plötzlich ist alles klar und ungezwungen.

Ein Buch über das Gefühlschaos eines jungen Mädchens, das ganz natürlich und frei von Moral erste Sexualität erlebt.

©1998,Verlagsgruppe BELTZ, ISBN: 978-3407787231, www.beltz.de

Lesealter: 14-17 Jahre

Anatol und die Wurschtelfrau

Als Kind mochte ich sehr gerne Ausreißergeschichten. Und der Roman von der Wurschtelfrau, die eigentlich Desiree Pistulka heißt, beginnt mit Desirees Entscheidung den Kater Anatol zu behalten. Sie nimmt ihn mit nach Hause und versteckt ihn. Das geht allerdings nicht lange gut und zu allem Übel hat Frau Kronberger- die Haushälterin der Familie eine Katzenhaarallergie. Da fasst Desiree den Entschluss mit Anatol zu ihrem Großvater zu ziehen. Großvater und Enkeltochter lassen sich auf das Abenteuer ein und gewinnen an Beziehung.

©2009, Verlagsgruppe BELTZ, ISBN: 978-3407740892, www.beltz.de

©1993, Verlagsgruppe BELTZ, ISBN:3407781466, www.beltz.de

Besonders gefallen hat mir das Einbandbild von Axel Scheffler aus dem Jahr 1993. Es zeigt Desiree mit ihrem Kater Anatol und ihrem Großvater. Das Bild strahlt eine gesellige Ruhe aus, wie man sie bei Besuchen alleine bei seinen Großeltern empfindet.

Lesealter: 10-12 Jahre

Stundenplan

Das Buchcover gibt einen deutlichen Hinweis auf die Handlung. Diese spielt nämlich überwiegend im Raum Schule und im Beziehungsgeflecht der Mitschüler, so wie es der Realität der 14jährigen Anika entspricht. Auch Tratsch, erste Liebe, Stress mit den Eltern und die Cliquentreffen gehören dazu. Obwohl der Inhalt keinen großen Spannungsbogen erzeugt, habe ich das Buch als Jugendliche sehr gerne gelesen.

© 2014, Verlagsgruppe BELTZ, ISBN: 978-3407740892, www.beltz.de

Lesealter:14-17 Jahre

 

Weitere Bücher Christine Nöstlingers:

Geschichten vom Franz

Die Sache mit dem Gruselwusel

Sowieso und Überhaupt

Olfi Obermeier und der Ödipus

Maikäfer Flieg

Zwei Wochen im Mai

Einen Vater hab ich auch

Der Wauga

Konrad, das Kind aus der Konservendose

Am Montag ist alles ganz anders

Der liebe Herr Teufel

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.